Ein ganzes halbes Jahr…

Oha. It’s been a while since I’ve been here for the last time. (Dieser Satz ging mir, genau so, gerade durch den Kopf…)

Mein letzter Post stammt aus der voradventlichen Zeit und jetzt ist quasi schon Eiswürfel- und WM-Wetter. Ich bitte vielmalst um Entschuldigung. Is ja nicht so, dass nichts passiert wäre. Aber vieles davon gehört einfach nicht online.

Tja, was war sonst so? Hier mal ein kleiner Überblick über das vergangene halbe Jahr:

Dezember 13:

Dezember 13:  Die Weihnachtsbäckerei lief auf Hochtouren.

Die Weihnachtsbäckerei lief auf Hochtouren.

 

Sehr kurz viel mal sehr wenig Schnee. "Winter" konnte man das nicht nennen.

Sehr kurz fiel mal sehr wenig Schnee. “Winter” konnte man das nicht nennen.

 

Jahresendidylle im Büro - Im Januar zogen wir um. So hinterließ ich das Büro im Weihnachtsurlaub.

Jahresendidylle im Büro – Im Januar zogen wir um. So hinterließ ich das Büro im Weihnachtsurlaub.

 

Januar 2014:

Das neue Jahr begann für uns mit hunderten mit ihren Handys beschäftigten Italienern in Perugia (wo es genau so warm war wie zuhause). Diese Hummel flog mir in der sehr sonnigen Mittagspause vor einer sehr tollen Kirche zu.

Das neue Jahr begann für uns mit hunderten mit ihren Handys beschäftigten Italienern in Perugia (wo es genau so warm war wie zuhause). Diese Hummel flog mir in der sehr sonnigen Mittagspause vor einer sehr tollen Kirche zu.

 

Nicht schön, aber sie erfüllen ihren Zweck - mich in Bewegung zu bringen.

Nicht schön, aber sie erfüllen ihren Zweck – mich in Bewegung zu bringen.

 

Februar 14:

"Etzt stoht de Narrebomm!" - Fasnet in der Heimat am See. Das erste Mal für den Bub.

“Etzt stoht de Narrebomm!” – Fasnet in der Heimat am See. Das erste Mal für den Bub.

 

März 14:

Ein kleines Radtürchen nach Zons

Ein kleines Radtürchen nach Zons

 

April 14:

Der Frühling ist da!

Der Frühling ist da!

 

... und ich bin ständig krank - weil mein Körper mit anderen Dingen als der Virenabwehr beschäftigt ist...

… und ich bin ständig krank – weil mein Körper mit anderen Dingen als der Virenabwehr beschäftigt ist…

 

Überraschung auf dem Weg in den Osterurlaub nach Berlin - ein Hagelschauer wie ein Weltuntergang. (Und die Winterreifen stehen natürlich schon im Keller)

Überraschung auf dem Weg in den Osterurlaub nach Berlin – ein Hagelschauer wie ein Weltuntergang.
(Und die Winterreifen stehen natürlich schon im Keller)

 

Neueste Errungenschaft: Eine superdupermega Nähmaschine - und das ist mein erstes selbstgenähtes Produkt.

Neueste Errungenschaft: Eine superdupermega Nähmaschine – und das ist mein erstes selbstgenähtes Produkt.

 

Mai 14:

Fahrt mit der vegetarischen Schwebebahn in Wuppertal

Fahrt mit der vegetarischen Schwebebahn in Wuppertal

 

"Kleine" Radtour vom Rhein...

“Kleine” Radtour vom Rhein…

 

Juni 14:

... bis an die Quelle des Neckars. Doch 711,42 km sind uns nicht genug. Weiter gehts an den...

… bis an die Quelle des Neckars. Doch 711,42 km sind uns nicht genug. Weiter gehts an den…

 

... unfassbar schönen Bodensee!

… unfassbar schönen Bodensee!

 

Unfassbar schön! (sagte ich das bereits?) Hier: Auf dem Pfänder

Unfassbar schön! (sagte ich das bereits?)
Hier: Auf dem Pfänder

 

 

Tja, und während wir bei schönstem Sommerwetter am Bodensee seitzen, fegt über Düsseldorf das Unwetter  des Jahrhunderts hinweg. Nicht nur der Nachbarbaum ist betroffen.

Tja, und während wir bei schönstem Sommerwetter am Bodensee sitzen, fegt über Düsseldorf das Unwetter des Jahrhunderts hinweg. Nicht nur der Nachbarbaum ist betroffen. Auch jetzt noch, zwei Wochen danach, liegt überall noch Geäst und die Wälder sind noch gesperrt.

 

Yo, mal eben nen kurzen Jahresrückblick gemacht. Vielleicht blogge ich ja in nächster Zeit mal wieder häufiger. Allerdings bin ich momentan viel auf Näh-, DIY-, Mama- etc.-Blogs unterwegs und da schäme ich mich doch ein wenig ob meiner Unprofessionalität hier… ;-) Mal sehen, was daraus noch wird… Achso, dass wir ab November zu dritt sind, habt Ihr schon gerafft, oder? ;-)

 

Zehn Sätze, die ich in den nächsten acht Wochen nicht hören möchte

Heinumol, lang lang ischs her, dass ich hier was geschrieben habe. Tjaja, die Zeit vergeht schnell, wenn man einen tollen Job wie ich hat und *plöpp* schon gehts wieder auf Weihnachten zu. Während ich so durch das frühherbstliche Düsseldorf fuhr, gingen mir verschiedene Sätze, ja Mantras, durch den Kopf, die man vor und rund um Weihnachten häufig hört, die ich aber dieses Jahr nicht hören möchte. Und diesen Beitrag schreibe ich wirklich frei von jeglicher Ironie, was tatsächlich selten vorkommt. Ich meine alles so, wie ich es schreibe. Auch wenn ich einige der Sätze bis vor kurzem vielleicht selbst noch von mir gegeben hab.

1.) “Ich kauf Lebkuchen/Dominosteine/Schokonikoläuse erst nach dem ersten Advent.” – Ich kaufe Lebkuchen/Dominosteine/Schokonikoläuse dann, wenn ich Lust drauf habe. Ich hab mal in einem Supermarkt gearbeitet, wo ich mokiert hatte, dass wir bereits Ende September das Weihnachtssortiment aufbauen mussten. Die Antwort war: “Es wird gekauft. Würde es nicht gekauft werden, würden wir es im Dezember erst hinstellen.” Der Kunde entscheidet. Und der Kunde kauft halt auch schon Ende September die ersten Lebkuchen. Das heißt aber nicht, dass ich gezwungen bin, Lebkuchen/Dominosteine/Schokonikoläuse im September zu kaufen.

2.) “Weihnachten ist doch total kommerzialisiert.” – Weil wir es dazu machen. Ich habe kein Problem damit, die wildgewordenen Kaufhauskunden zu ignorieren und für mich das Beste aus der Vorweihnachtszeit herauszuholen. Einfach nicht stressen lassen. Und Geschenke schenken, die von Herzen kommen und nciht aus dem Geldbeutel.

3.) “Es ist einfach nicht mehr so besinnlich wie früher.” – Dann nimm Dir die Zeit, die Du brauchst. Oder lässt Du Dich wirklich von anderen stressen? Und mal ganz ehrlich: Was genau war früher besinnlicher? Und wann früher? Verabschiede Dich vom Gedanken, dass Weihnachten “perfekt” sein muss. Und warum muss alles noch schnell vor Weihnachten erledigt werden?

4.) “Aaaaah, Last Christmas! Ich kanns nicht mehr hören!” – Ich finde das Lied großartig, weil ich dabei das Video vor Augen habe, wo – zugegeben auf sehr amerikanische Art und Weise – eine Gruppe von Freunden sehr entspannt Weihnachten feiert. Die Art und Weise, wie das Lied von den Radiosendern und -hörern ins Lächerliche gezogen wird, finde ich sehr schade.

5.) “Ich bin überhaupt nicht in Weihnachtsstimmung.” – Was tust Du dafür? Und was tust Du dagegen? Und was heißt für Dich “Weihnachtsstimmung”? Weihnachtsstimmung kann man nicht mit einem Schnippen erzeugen. Auch nicht mit Zimtduft, Vanillekipferl oder Kerzenschein. Weihnachten muss von innen heraus kommen, dann wirken auch die äußeren Faktoren.

6.) “Dieses Jahr schenken wir uns nichts.” – Ich bin ein großer Fan von Ganzjahresgeschenken, aber ich finde es schön, sich an diesem einen Tag im Jahr gegenseitig zu beschenken. Dafür muss nicht viel bis gar kein Geld ausgegeben werden. Die schönsten Geschenke finde ich die, bei denen Zeit geschenkt wird bzw. mit dem Geschenk gezeigt wird, dass sich der Schenker Gedanken gemacht und an mich gedacht hat.

7.) “Wird es dieses Jahr weiße Weihnachten geben?” – Nein. Und es gab auch in der Vergangenheit lange nicht so viele Weiße Weihnachten, wie wir uns einbilden. Braucht Ihr wirklich Schnee, um ein schönes Weihnachtsfest zu erleben? Um “in Weihnachtsstimmung” zu kommen (s.o.)?

8.) “Das hat doch heutzutage gar nichts mehr mit Weihnachten zu tun.” – Ja, weil Weihnachten ein kirchliches Fest ist und viele Menschen nichts mehr mit der Kirche am Hut haben (wollen), was ich gut nachvollziehen kann. Siehe unten. Aber was spricht dagegen, “unkirchlich” zu feiern? Einfach so mit der Familie zusammen zu sein? Gemeinsam zu essen, zu feiern, sich zu beschenken?

9.) “Gehen das ganze Jahr nicht in die Kirche und an Weihnachten kriegen die treuen Kirchgänger keinen Sitzplatz mehr.” – Was soll ich denn das Jahr über in der Kirche? Und dann geh ich an Weihnachten, weil ich doch irgendwie ein kleines bißchen “Restglauben” in mir trage (oder einfach, weil mir die Atmosphäre gefällt) und dann bekomme ich vom Pfarrer gesagt, was für ein schlechter Mensch ich doch bin und wie furchtbar die Welt geworden ist und wie schlecht all diejenigen sind, die in Weihnachten kein kirchliches Fest mehr sehen und dem Kommerz verfallen. Ich gehe einmal im Jahr in die Kirche – und bei diesem einen Mal wird mir so deutlich gezeigt, warum ich an den anderen 364 Tagen nicht dort hin gehe. Begeisterung sieht anders aus.

10.) “Du bist doch zu alt für einen Adventskalender.” – NEIN!!! Man ist N I E zu alt für einen Adventskalender. Mein liebstes Lielingsargument: “Der M [mein zehn Jahre älterer Bruder] hat mit 21/22/23/24/25/26/27/28/29 auch noch einen Adventskalender bekommen.” – Langsam wirds eng.

Was ich sagen will? Nimm Dir Zeit für Weihnachten. Weihnachten ist nicht nur (eigentlich gar nicht) der 24. Dezember. Weihnachten ist auch der Advent, der 25.12., der 26.12. und die ganze Zeit danach. Bis Dreikönig.  [kleine Zwischenbemerkung: Ich war ECHT geschockt, als ich erfahren hab, dass Dreikönig in NRW kein Feiertag ist!] Fang doch einfach jetzt schon mal an mit allem, was Du “noch eben schnell unbedingt” vor Weihnachten erledigen willst.

Weihnachten ist Beisammensein, ist Vorbereitung, Durchführung, Nachbereitung. Weihnachten ist in Dir drin. Weihnachten kann Dir niemand vormachen. Weihnachten ist, was DU draus machst. Mit diesen Gedanken wünsche ich Dir für die nächsten acht Wochen eine besinnliche, schöne Zeit.

Wenn man sich auf Montag freut

Genau ein Jahr. 365 Tage. So lange war ich nach dem Studienende auf Jobsuche. Heute vor einem Jahr wurde ich offiziell als “arbeitssuchend” gemeldet und durfte Bekanntschaft mit den Mühlen deutscher Jobcenter machen. Ich habe insgesamt über 60 Bewerbungen geschrieben, hatte ca. 8 Vorstellungsgespräche in ganz Deutschland und habe ungefähr genau so viele Absagen bekommen. Doch ab heute, genau ein Jahr nach Beginn meiner Arbeitslosigkeit, bin ich Arbeitnehmerin. Ganz offiziell, ohne Einschränkunegn. Keine Honorartätigkeit, keine Selbstständigkeit, sondern eine Festanstellung. 30 Stunden die Woche, vernünftiges Gehalt, befristet auf zwei Jahre.

Das ist für mich eine völlig neue Situation. Ich hatte in meinem Leben schon einige Nebenjobs und Honorarstellen, habe Brötchen verkauft, Supermarktregale eingeräumt und Bücher sortiert, aber das hier ist mein erster richtiger doller fester offizieller Job. Ich kann mein Glück noch nicht ganz fassen, das kommt vielleicht in den nächsten Tagen, wenn es dann “richtig losgeht”. Die Warterei und Schinderei (denn genau DAS ist Arbeitssuche!!) hat sich gelohnt. Ich bin hochmotiviert und freue mich auf morgen, wenn ich dann auch ganz offiziell organisatorische Geschäftsführerin bei der Grünen Jugend NRW bin! Schabbadabbaduuuu!

Joah. Und sonst?

Gesungen: Dieses Wochenende wieder ganz viel. Probenwochenende mit meiner Kantorei Oberkassel, König David von Arthur Honnegger. Schräg, spannend, abgefahren, irre, gänsehautmachend, erschöpfend, großartig.

DIE Liebeserklärung schlechthin.

DIE Liebeserklärung schlechthin.

Gegessen: Im neu eröffneten Fuchsjagd in Gerresheim. Mehr dazu kann man hier nachlesen. Aber nicht erschrecken. Ja, wir sind irre.

Gekauft: Eine Winterjacke. Ich wurde von der Verkäuferin (!) darauf hingewiesen, dass ich ja ganz schön früh dran sei. Ja und warum verkauft Ihr’s dann schon, hä??

Gebastelt: Patenkind und Neffe wird eingeschult. Mein kleiner Ronaldo :-)

Die Tante hat fleißig gebastelt.

Die Tante hat fleißig gebastelt.

Gewundert: Plötzlich lief da ein Clown in voller Montur und mit ner Kiste KöPi durch die Düsseldorfer Fußgängerzone, stellte sich an den Außentisch einer Pizzeria, wurde nicht bedient und ging wieder.

Da war er plötzlich.

Da war er plötzlich.

Gelesen: “Tiere” von Simon Beckett. Mh. Naja. Spektakulär unspektakulär.

Gemeckert: Ich hab mich mal wieder beschwert. Diesmal bei Rewe über faule, vertrocknete Sauerkirschen ausm Glas. Was kam bei raus? Ein Fünfeurogutschein. Supi!

Gelangweilt: Euch. Jetzt gerade. Mir fällt nämlich keine weitere Kategorie ein. Diese Sache mit dem Job war doch wochenfüllend, vor allem das Gefreue darüber!

Links Blase, rechts Knie oder: “Du musst wandern!”

Die letzten zwei Tage war ich unterwegs auf dem “schönsten Wanderweg der Welt”, wie der Godfather of the Lieserpfad, Manuel Andrack, gerne betont. Bewaffnet mit seinem Buch und ausreichend Proviant, um zwei Wandertage in der Wildnis zu überleben, habe ich mich am Donnerstag frühmorgens aufgemacht in Richtung Manderscheid, um dort den Bus nach Daun um 9.10 Uhr zu kriegen. Bereits die Fahrt dorthin war ein Erlebnis, mangels Zeit konnte ich leider nicht anhalten, um ein Foto der Eifel mit aufsteigendem Morgennebel zu machen. Aber ich hab viele andere Bilder gemacht, siehe Bildergalerie.

Der Lieserpfad führt von Daun (Ich bin am Gemünder Maar eingestiegen) über Manderscheid nach Wittlich, die Gesamtlänge beträgt rund 40 Kilometer – eine genaue Länge kann ich leider aus mehreren Gründen nicht bieten. Ich habe zwar den Smartrunner mitlaufen lassen, aber inmitten der tiefsten Eifel gab es zwischendurch kein GPS-Signal (gottseidank!), deshalb hat meine Strecke Lücken und die Nachbearbeitung würde Geld kosten, das ich nicht bereit bin auszugeben… Naja und die Angaben in der (Online-)Literatur über die Länge des Lieserpfades schwanken stark… Google, mein Freund und Helfer, sagt 39 Kilometer insgesamt.

Der Lieserpfad

Der Lieserpfad

Tag 1 von Daun nach Manderscheid, waren ca. 15 Kilometer. Ich bin mit dem Bus von Manderscheid bis zum Gemünder Maar gefahren, wo ich mir erstmal einen Kaffee genehmigt habe, um den Wandererscharen auszuweichen, was mir an diesem Tag erstaunlich gut gelang. Richtig los ging es also gegen 10 Uhr, angekommen in Manderscheid bin ich gegen 15 Uhr, wobei ich mir unterwegs viel Zeit gelassen habe. Ich habe nur sehr wenig Menschen getroffen, wobei ein Pärchen, das ich am zweiten Tag traf, meinte, sie wären die entgegengesetzte Richtung (Manderscheid – Daun) gelaufen und ihnen wären ständig Leute entgegen gekommen, die wohl alle meinten, sie wären alleine auf der Strecke… Egal, ich hatte meine Ruhe und genoss eben diese. Wenige breite Forstwege wurden abgelöst von schmalen Trampelpfaden, Brückchen führten über die Lieser und es gab unterwegs nur eine Einkehrmöglichkeit, die ich aber mangels Bedarf nicht nutzte. Störend waren an diesem Tag nur zwei Dinge: Das laute Wummern eines Steinbruchs am Anfang des Weges und die Düsenjäger, die die Eifel als Übungsgebiet nutzen. Ansonsten ist der Weg sehr idyllisch, naturbelassen, ohne viel Schickimicki, genau richtig.

In Manderscheid angekommen, flüchtete ich mit dem Auto vom verschlafenen Nest durch wunderschöne Eifellandschaften in die pulsierende Metropole Wittlich, wo gerade für das Stadtfest aufgebaut wurde. Ich trödelte durch die Straßen, aß lecker zu Abend und bettete mich im Auto, wo ich nicht allzu gut schlief…

An Tag 2 fuhr ich um 8.42 Uhr mit dem Bus wieder nach Manderscheid, wo ich um 9.15 Uhr die zweite, deutlich längere und anstrengendere Etappe in Angriff nahm. Die Vorzeichen waren eher bescheiden: Mein rechtes Knie zwickte und am linken Fuß spürte ich eine Druckstelle aka WennichgroßbinwerdeicheineBlase, welche ich mit Pflastern zu verhindern versuchte. Mit mir starteten wieder zahlreiche andere Wanderer, denen ich erneut ausweichen wollte. Da aber heute eine große Strecke zu bewältigen war, wollte ich nicht trödeln – und legte einen Zahn zu. Schon bald ließ ich die anderen Wanderer hinter mir und ich konnte einigermaßen in Ruhe weiterlaufen.

An dieser Stelle muss ich sagen: Ich habe natürlich nichts gegen andere Wanderer. Aber manchmal bin ich gern allein und hänge meinen Gedanken nach. Die meisten Wanderer wollen sich kurz unterhalten, wenn sie Leidensgenossen begegnen, ich will aber lieber meine Ruhe haben. Deswegen habe ich versucht, möglichst allen aus dem Weg zu gehen. Das funktionierte aber auf der zweiten Etappe nicht wirklich gut.

Mit zusammengebissenen Zähnen wegen Blase und Knie wanderte ich bergauf und bergab und an einem besonders steilen Aufstieg warf ich alle meine Vorsätze, niemals mit Wanderstöcken zu wandern, über Bord und schnappte mir einen schönen Ast vom Wegesrand, den ich von nun an meinen Wanderstock nennen durfte. Ich war verdammt froh, ihn zu haben, denn meine Blase wurde immer hartnäckiger und ich hatte richtige Schmerzen. Irgendwann hatte ich mich aber eingegroovt und ich konnte die Schmerzen mehr oder weniger erfolgreich ignorieren, wenn ich den Lauf nicht unterbrach.

Die zweite Etappe war wesentlich hügeliger als die erste und bot aber auch großartige Aussichten. Während ich am Tag 1 mehrere kleine Abstecher zu irgendwelchen Sehenswürdigkeiten machte, verkniff ich mir das am zweiten Tag, bis auf eine Ausnahme: Den Burgberg, wo sich auf der Spitze eine Schutzhütte und eine “Panoramaplattform” befand. Und das Panorama war wirklich sehenswert! Hier machte ich bereits meine Mittagspause um kurz vor zwölf.

Mit Stock und ohne Hut ging es weiter, bis es irgendwann nicht mehr weiter ging. Der Weg war einfach so wegen Holzfällarbeiten gesperrt. Betreten verboten, Lebensgefahr. Doll, da stand ich nun, mitten in der Eifel, ohne Wanderkarte, denn ich hatte mich bisher immer auf die recht gute Beschilderung verlassen. Es war auch kein Hinweis auf eine Umleitung oder eine Alternativroute gegeben. Spitze. Da stand ich nun, mit Schmerzen am Fuß, auf meinen Wanderstock gestützt, 2,7 Kilometer vor der Alten Pleiner Mühle, wo ich mir ein kühles alkoholfreies Hefeweizen erhofft hatte, und konnte nicht weiter. Ihr könnt Euch meine Verzweiflung vorstellen.

Da kam das bereits angesprochene Pärchen des Wegs, befragte zwei niederländische Radfahrer, und gemeinsam (ohne die Radfahrer) wagten wir es, den lebensbedrohlichen Holzfällweg zu gehen. In dem Moment war ich froh um die unerwartete Gesellschaft, und uns fröhlich unterhaltend gingen wir schnurstracks den ursprünglichen Weg entlang. Wir kamen auch an den Holzfällarbeiten vorbei (man roch das frischgeschlagene Holz schon hunderte Meter vorher!), wo gerade ein Päusle angesagt war. Froh, dass wir uns nicht von der Beschilderung haben irritieren lassen, kamen wir an der Pleiner Mühle an, genossen das bereits seit Beginn der Wanderung erwartete Bierchen und die beiden zogen alleine weiter, weil sie einen frühen Bus in Wittlich bekommen wollten. Ich blieb noch ein wenig sitzen, bekam dann aber auch Hummeln im Hintern. In Wahrheit hatte ich einfach Schiss, nie wieder von meinem Stuhl hochzukommen.

Die letzten 5 Kilometer bis Wittlich waren zwar schön, aber auch etwas unspektakulär und vor allem, meine Güte, unglaublich anstrengend! Der Weg ging zwar flach, aber er zooooog sich in die Länge. Besonders schlimm waren die letzten zwei Kilometer, bis ich endlich in Wittlich angekommen war. Mit tatsächlich letzter Kraft schleppte ich mich, auf meinen treuen Begleiter Wanderstock gestützt, in die Stadt, in der Hoffnung, meine Füße in die Lieser stecken zu können. Daraus wurde leider nichts, weil die Lieser gerade extremes Niedrigwasser hatte und ich deswegen medaillenverdächtige Verrenkungen hätte machen müssen, aber ich war trotzdem froh, als ich endlich um 17.30 Uhr vor meinem wohlverdienten Eisbecher saß (von dem mir nachher schlecht wurde. Doll.).

Nach einer längeren Pause machte ich mich mit dem Auto auf den Heimweg, wo sich mir in letzter Minute noch ein Hindernis in den Weg stellte (Kreuzungssperrung). Um 21.20 Uhr war ich dann endlich zu Hause.

Fazit: Manuel Andrack könnte recht haben: Der Lieserpfad gehört zu den schönsten Wanderwegen der Welt. Warum? Die Wege sind total abwechslungsreich. Eben noch ein dicker Forstweg, jetzt schon ein kleiner Trampelpfad. Mal schnöde nach vorne (nur sehr kurze Abschnitte), dann wieder gings rechts den Felsen hoch, links den Felsen runter und dazwischen  ein zwanzig Zentimeter breites Pfädchen. Der Weg ist nicht “übermarketingiert”, wie ich es beim Rothaarsteig empfinde (den ich btw noch nie gelaufen bin…), sondern angenehm dezent vermarktet. Gut ausgeschildert, bis auf wenige kleine Ausnahmen. Busverbindungen sind okay, er fährt halt nur alle zwei Stunden. Und der Weg führt nicht an zu vielen Einkehrmöglichkeiten vorbei. Auch die Orte sind eine gute Strecke entfernt. Das Naturerlebnis ist 1a, die Lieser plätschert fröhlich mal direkt neben dem Weg, mal 150 Meter weiter unten. Bis auf den Zwischenfall mit den Holzfällern würde ich sagen: Perfekt! Und super, alleine zu erwandern. Aber eine Frage hab ich, lieber Manuel Andrack: Du willst diesen Weg ernsthaft an einem Tag laufen? Respekt!

Dann doch auch mal wieder

Dödööööm! Da bin ich wieder! Und ich hab keine Ausrede. Zumindest keine gute. Deswegen leg ich lieber fix los:

Geradelt: Den Erftradweg. Wieder mal knappe 90 Kilometer, auch wenn es mir diesmal gar nicht so viel vorkam. Vielleicht komm ich ja doch in Übung?

Gerettet: Habe ich diese Woche die Astern aus der Vase. Die Köpfe der Blumen wurden zu schwer, so dass sie in der Vase abgeknickt sind. Also hab ich Schwimmastern draus gemacht.

Schwimmastern

Schwimmastern

Gehustet: Ich. Bei 39 Grad Celsius Außentemperatur. Nicht Körpertemperatur.

Gebloggt: Wir haben eine Fressgemeinschaft gegründet. Bääämm! Und da muss natürlich ein Blog her. Bitte. Ein weiteres Blogprojekt folgt demnächst. Und noch eins. Na mal schauen, ob ich das gebacken kriege.

Gewettet: Auf “Lord Dubai”. Der wurde leider letzter. Amüsant war der Pferderenntag auf der Grafenberger Rennbahn hier ums Eck trotzdem. Das hier hatte ich die ganze Zeit über als Ohrwurm.

Gekauft: Um ein bißchen Farbe ins Spiel zu bringen: Diese Rosen.

Für mich solls bunte Rosen regnen...

Für mich solls bunte Rosen regnen…

Gelesen: Mein Bücherstapel wächst weiter, trotzdem lese ich nur doofe Schundromane. Mhpf.

Gehofft: Dass das Diözesanlager “Scoutside” der Freiburger Pfadis weiter stattfinden kann, trotz Unwetterschäden und weiterhin vorhergesagten Unwettern. Momentan ists noch unklar, ob und wie es weitergeht. Das ist zumindest mein Stand der Dinge.

Geschnibbelt: An meinen Haaren. Die sind jetzt kurz.

Gesungen: Ach herrje, mein letzter Eintrag ist ja wirklich lange her! In der Zwischenzeit habe ich anlässlich des 100jährigen Jubiläums meiner Kantorei Oberkassel eine Kantate gesungen. Das war doll!!

"Es wartet alles auf dich..."

“Es wartet alles auf dich…”

Getestet: Meine Augen. Ich traue mich als kaum zum Optiker und oder Augenarzt, um meine Sehstärke testen zu lassen. Ich habe das Gefühl, dass meine Augen in den letzten Jahren und vor allem während der Studienzeit schlechter geworden sind und vor allem bekomme ich häufig Kopfschmerzen (beim fernsehen, bei Vorlesungen und Vorträgen, vor dem Computer, etc.). Heute habe ich mich mal wieder getraut und siehe da, meine Befürchtung war richtig: Links 0,0 und rechts 0,25 Diops. Warum ich mich davor fürchte? Zum einen, weil ich jetzt wieder keine Ursache für meine Beschwerden gefunden hab. Zum zweiten finde ich das schade für den Optiker, der sich super viel Zeit nimmt für mich, einen tollen Test macht, um dann festzustellen, dass vor ihm ein Adlerauge sitzt, dem er nichtmal ne Sonnenbrille andrehen kann.

Gedanken gemacht: Darüber:

Was Sterbende bedauern

Was Sterbende bedauern

An Punkt vier arbeite ich gerade sehr intensiv… (An Punkt zwei leider auch :-( )