Mein Senf zu… Prokrastination

Ja, des Öfteren habe ich bereits verlauten lassen, dass ich prokrastiniere. Und zwar ganz gewaltig. Und über dieses Thema haben ich und andere auch schon einiges – genug? – geschrieben. Da ich aber gerade eigentlich eine Hausarbeit schreiben müsste, blogge ich doch lieber. Denn genau DAS ist Prokrastination und nicht, was der verschweinte Blogleser wieder  denken möge.

Prokrastination bedeutet so viel wie Aufschieberitis, Mach ich morgen, später, ich müsste grade ganz dringend Geschirr spülen, den Boden putzen, T-Shirts im Schrank nach Farbe sortieren undundund.

In meinem Fall müsste ich ganz dringend eigentlich eine Hausarbeit zum Thema EU-Erweiterung schreiben (dass ich hierbei von Herrn Guttenbergs Dissertation zitieren könnte, bleibt an dieser Stelle unerwähnt). Ein paar Seiten hab ich auch schon, mehr schlecht als recht zusammen getippt.

Doch halt! Ganz ganz dringend muss ich bei Facebook nachkucken, ob mir jemand eine Nachricht geschrieben hat, ohne die sich das Weiterleben nicht lohnt. Und außerdem muss ich noch den Screenshot vom Bundestagsdebattenprotokoll einstellen, wegen dem ich mich so kaputt gelacht hab. Das DARF ich der Welt einfach nicht vorenthalten. Und dann hat meine Freundin meinen Stauts kommentiert, und mein Kumpel hat sowas witziges als seinen Status geschrieben, das muss ich auch gleich mal kommentieren. Und plupps – eine Stunde weniger zum Leben. Oder zum Schreiben.

Dann leide ich ja doch sehr unter Mitteilungsdrang, und da ich äußerst ungern telefoniere, muss das Ganze irgend ein anderes Ventil finden. Na zu Glück gibt es Twitter. Nachdem ich mich da abgemeldet und es Proteste von allen Seiten gehagelt hatte, hab ich mir dann doch einen neuen Account zugelegt. Das Bittere an der Sache ist: Ich bin kein Mobiltwitterer, das heißt, ich kann nur twittern, wenn ich einen Computer mit Internetanschluss vor der Nase hab. Und bis das immer so weit ist, hab ich meine geistreichen, oberlustigen, retweetenswerten Tweets schon längst wieder vergessen. Also gibts von mir nur dämliche, sinnfreie Tweets. Aber auch die kosten Zeit und vor allem: Konzentration. Nicht, dass ich mich so sehr auf meine geistigen Twitterergüssen konzentrieren würde, aber der Hausarbeitsgedankenfluss ist dann halt unterbrochen.

Und das passiert ungefähr alle zwei Minuten bei mir. Da hilft nicht mal das Abmelden, wie ich es auch schon mit Facebook versucht hatte, denn: *zack* da kommt der Gedanke „Das könnte ich jetzt bei Facebook einstellen“ „Nur mal kurz reinschauen“ „Wär was für Twitter“ – und schon bin ich nicht mehr mit der EU-Erweiterung beschäftigt.

Und jetzt hab ich mir auch noch diesen Zweitblog angeschafft.

Das allerblödeste an der Sache ist, dass ich grade kein gescheites Ende für mein Geschichtchen finde und deshalb a) drüber grüble, wie ich aus dieser Nummer wieder rauskomme und b) ich einfach immer weiter sinnloses Zeug schreibe, nur um nicht an dieser blöden Hausarbeit weitertippen zu müssen, die so blöd eigentlich gar nicht ist.

Ja, das ist Prokrastination.

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