On the road: E1

Vor einem knappen Jahr war ich in der Nähe von Heidelberg unterwegs und bin zufällig einige Kilometer auf dem Fernwanderweg E1 gelaufen. Ich wusste gar nicht, dass ein solcher Fernwanderweg so nah an mir vorbei läuft (bisher ist er noch nicht auf einen Kaffee bei mir vorbeigekommen), und entsprechend überrascht war ich damals, als ich in Gaiberg (oberhalb von Heidelberg) an diesem E1-Schaukasten vorbeigekommen bin:

Ich hatte mir damals vorgenommen, irgendwann mal zumindest einen größeren Teil des E1 zu erwandern.

Nachdem ich am Freitag meine Diplomklausur geschrieben habe und heut der Wandertag aller Wandertage ist, habe ich mich heute morgen trotz Regen aufgerafft, um die E1-Etappe Heidelberg-Schlierbach – Gauangelloch zu laufen. Los ging es um 9.30 Uhr, mit dem Bus nach Schlierbach. Dort lief mir der E1 – inzwischen bei Sonnenschein – um 10.10 Uhr über den Weg und ich folgte ihm die nächsten ca. 15 Kilometer. Es ging gleich mit einem knackigen Anstieg los, so dass ich mich schon nach zehn Minuten auf die „Dusche danach“ freute. Aber an Idylle waren diese ersten Minuten kaum zu überbieten: Es wehte ein leichtes Lüftchen, der Weg führte durch einen schönen naturbelassenen Wald mit kleinem Felsenmeer, die Vögel zwitscherten sich die Seele aus dem Leib und zu guter Letzt flitzte sogar noch ein Reh vor mir über den Weg. So muss es sein.

An der Aukopfhütte (nein, da fehlt kein S) ließ ich mich bei wunderbarer Aussicht rüber nach Ziegelhausen auf einem Bänkchen nieder und machte die erste Rast (Frühstück…). Dann folgte ich weiter dem weißen Kreuz auf braunem Grund und ich muss sagen: Die Wegmarkierung war zumindest auf dieser Etappe wirklich spitzenmäßig! Ich hab nur einmal einen kleinen falschen Abstecher gemacht, weil es mich nicht so sehr an die Straße zog – wo aber der Weg entlang ging. Mhpf.

Ansonsten war der Weg eine tolle Mischung aus kleinem Trampelpfad mitten im Wald, Spazierautobahn für stöckewedelnde SeniorInnen und kurzen Stücken an wenig befahrenen Landstraßen entlang. Auch der Anderewanderertrefffaktor war eher gering, trotz des Wanderfeiertags. Selbst die Landschaft gefiel mit abwechslungsreichem Bild. Als ich dann plötzlich schon um halb eins in Gaiberg angekommen war, bin ich etwas erschrocken und hab flugs meinen Tagesplan noch etwas geändert. Ich hätte nicht gedacht, dass ich so fix vorankomme. Der ursprüngliche Plan war, hinter Gauangelloch runter nach Bammental und dort auf die S-Bahn. In den folgenden Minuten exerzierte ich jede Möglichkeit durch, entschloss mich dann, hinter Gaiberg schon den E1 zu verlassen und einen mir schon bekannten Weg an der nicht mehr vorhandenen Verlobungseiche vorbei zu nehmen.

In Gaiberg stattete ich natürlich dem E1-Schaukasten einen Besuch ab, um mich nochmal in das Gästebuch einzutragen, wo ich mich am 25.07.2010 schonmal verewigt hatte. Inzwischen waren wieder einige Einträge dazugekommen, unter anderem von Sven, der tatsächlich meinen Traum wahrmacht und den gesamten E1 wandert. Seine Erlebnisse sind unter www.thelongwalk.de nachzulesen.

Als es dann soweit war und ich mich vom E1 hätte trennen und zur Verlobungseiche abbiegen müssen, Ihr werdets kaum glauben, aber da konnte ichs nicht! Ich stand echt an dieser kleinen Kreuzung und dachte „Och nöö! Nicht jetzt schon!“ – Und dann bin ich einfach auf dem E1 weitergelaufen. Und hab meinen mir sorgfältig zurechtgelegten Plan von vor Gaiberg wieder verworfen. Grhmpf. Letztendlich bin ich dann an Gauangelloch vorbei und hab auf einer schönen Anhöhe Abschied vom rechts abbiegenden weißen Kreuz genommen und bin gerade aus weiter nach Meckesheim. Dort hab ich natürlich grade die Bahn um drei Minuten verpasst (Sonntags fährt die nur jede Stunde), so dass noch Zeit für eine ausführlichere Pause und ein Eis blieb. Und um halb fünf war ich schon wieder zu Hause… Inzwischen hab ich auch schon zwei Maschinen Wäsche gewaschen (ohne irgendwelche Zwischenfälle!! – s.u.) und werde mich jetzt seelisch und moralisch auf die Herren Thiel und Boerne aus Münster vorbereiten.

Äh ja. Es war ein langer Tag, ich bin k.o., aber es war ein wunderschöner Tag, Ihr merkt vielleicht, dass ich mir am Anfang der Wanderung noch überlegt habe, wie ich das Erlebte beschreiben könnte. Später hab ich mir dazu keine Gedanken mehr gemacht 😉

Aber das hier will ich Euch noch zeigen:

Leider kommts auf dem Bild nicht ganz so gut raus, aber: Mein Nacken ist an dieser einen Stelle knallrot! Und ich war bei Regen losgelaufen. Herzlich willkommen, Sonnenbrand Nummer eins in 2011! Aber: das wars mir wert!!!

Fazit: Eine wunderschöne Etappe mit viel Abwechslung! Und ich hab jetzt tierischen Muskelkater!

Sorry für viel Text, ich hatte keine Kamera dabei. Das Schaukastenbild ist vom letzten Jahr.

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