Wenn einem die ganze Welt offen steht

In spätestens vier Monaten werde ich hoffentlich mein Studium beendet haben und mein Diplom in den Händen halten. Bis dahin ist noch einiges zu tun, trotzdem muss ich mir langsam Gedanken machen, wie es mit mir und meinem Leben, für das alleine ich die Verantwortung trage, weitergehen soll. Erstmal eine große Reise? Eine kleine Reise? Ne Weile ins Ausland? Gleich nen Job, der auch was mit meinem Studium zu tun hat (bei Geographen nicht ganz so einfach), suchen?

Ich bin jung, ungebunden, habe keine Kinder, kein Haus, keinen Mann, bin vogelfrei. Nur mein Verstand (und meine Angst) hält mich auf, mich wahllos ins weite Weltgetümmel zu stürzen.

Da ist zum einen die Finanzfrage. Meine Ersparnisse sind durch das Studium, nun ja, sagen wir, etwas geschrumpft. Spricht für eine kleinere oder größere Wandertour in den nahen Alpen. Eine Route hätte ich auch schon.Aber kann ich das nicht immer machen? Ist das nicht „zu gewöhnlich“ für die Phase direkt nach dem Studium?

Dann die Jobunsicherheit. Man findet eigentlich kaum Jobs für Geographen, wir nisten uns halt überall irgendwie ein, weil wir alles ein bißchen können, aber nix so richtig (so erkläre ich immer die Fähigkeiten der Geographen…). Ich muss mich breit in viele Richtungen bewerben und kann froh sein, wenn mich jemand will (viele Unternehmen wollen ja auch nur Leute mit Berufserfahrung. Mindestens zweijährig natürlich.).

Andererseits werde ich, sobald ich mal im Job stehe, kaum noch die Gelegenheit haben, für drei oder mehr Monate ans andere Ende der Welt zu fahren, also müsste ich das eigentlich davor tun, wenn ich es denn noch irgendwann tun will. Aber was, wenn ich danach zu lange „weg vom Fenster“ war? Viele Chefs und Personaleinsteller sagen, dass Auslandserfahrung immens wichtig ist. Aber bitte nur, wenn man dann auch mit 25 Jahren ins Unternehmen einsteigen kann. Ich bin jetzt 28. Würde ich nach dem Studium tatsächlich für ein halbes Jahr verschwinden, wäre ich bei meinem ersten Job 29. Fast 30. Aber: Haut das eine oder halbe Jahr es wirklich noch raus? Also hab ich nicht jetzt die gleichen „Altersprobleme“, nur halt mit weniger Auslandserfahrung?

Aber da stellt sich wieder die Finanzfrage. Vielleicht sollte ich direkt nach dem Studium zwei, drei Monate jobben, ein Vermögen anhäufen und dann für 6, 8 oder gar 12 Monate ans andere Ende der Welt gehen und dort „worken und travellen“? Ist es das wert? Hat jemand von Euch Erfahrung mit sowas? Entweder von der Work-and-Traveller-Seite oder von Personalerseite?

Puh, wenn ich den Mut hätte, könnte ich vermutlich bald die ganze Welt erobern. Das mit den Finanzen… Andere haben das doch auch schon hinbekommen.

Passend dazu: die an meinem Schreibtisch klebende Postkarte...

PS: Ihr merkt vielleicht, ich bin gerade etwas angefixt von Work&Travel in Neuseeland oder Australien. Bisher kam das für mich nicht wirklich in Frage, aber warum denn eigentlich nicht?!??

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Gedanken.

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