Ein fast perfekter Urlaub

Wart Ihr schonmal in Spanien? Ja? Bestimmt an der Mittelmeerküste, Barcelona und so. Oder in Madrid. Auch schön. Aber Spanien ist sehr viel mehr. aus einem mir unbekannten Grund haben wir uns entschieden, mit einem geliehenen Wohnmobil an der Atlantikküste entlang zu fahren und evtl. den ein oder anderen Abstecher ins Inland zu machen.

Unsere Reise begann (in Spanien – immerhin waren wir vorher 1 1/2 Tage in Frankreich unterwegs, so ein Womo will auch bewegt werden…) in Donostiá-San Sebastian (immer diese Basken-Katalonen-Doppelnamen…), wo wir erstmals in die spanische Tapaswelt untergetaucht sind. Weiter ging es über Pamplona und Bilbao (Guggenheim-Museum) an der Küste entlang. In Comillas wurden wir davon überrascht, dass sich der Ort hinter einem Berg vor dem Strand versteckt hat – durchaus sehenswert. Weiter ging es über Llanes in die Picos de Europa, einem großartigen Gebirge nicht weit weg von der Küste, das bis auf ca. 2600 Meter hochreicht. Schon auf 300 müM kam ich mir vor, wie im Hochgebirge. In diesem Gebirge gibt es einen Ort, der nur über eine Zahnradbahn erreicht werden kann – uns wars zu teuer und wir hatten auch nicht wirklich Zeit dafür. Denn: wir erwanderten die Schlucht des Rio Cares, welche sich als durchaus großartig herausstellte. Erst gings ein wenig den Berg hoch, dann wieder runter und dann ca. 8 km eben oberhalb der Schlucht entlang – und den gleichen Weg wieder zurück. Anstrengend, aber wirklich toll.

In Cudillero, einem schönen Fischerdörfchen, aßen wir leckere Tintenfische (jawoll, ICH!!!) und tranken lustig eingeschenkten Sider. An der Praia des Catedrais mussten wir ein wenig suchen, bis wir „die Kathedralen“ fanden. Am Leuchtturm „Estaca de Bares“ befanden wir uns am nördlichsten Punkt Spaniens – und vermutlich auch dem windigsten. Wir hatten ernsthaft ein wenig Angst, das Womo würde umkippen, und so verweilten wir nur kurz an dieser Landspitze. Überrascht hat uns eine alte Militärbaracke ganz in der Nähe des Leuchtturms – laut Google Maps eine „ornithologische Station“ – aha. Wer’s glaubt. An diesem Ort begann unsere Fotoserie „lost spaces“…

Vom nördlichsten Punkt Spaniens tingelten wir über lustige kleine Wege zum nächsten Höhepunkt: den höchsten Klippen Europas mit rund 600 Metern (Vixio de Hebeira). Den kleinen Wallfahrtsort San Andres nahmen wir auch mal eben noch mit. Über Ferrol ging es für uns nach La Coruna und von dort aus weiter nach Santiago de Compostela. Es war tatsächlich etwas seltsam, nicht zu Fuß in Santiago anzukommen – obwohl es noch früh in der Saison war, trafen bereits viele Pilger in Santiago ein. Hier aßen wir auch die insgesamt wirklich allerbesten Tapas des ganzen Urlaubs, wir konnten gar nicht mehr aufhören und waren nachher mehr als pappsatt. Falls Ihr mal den Jakobsweg laufen und dann völlig ausgehungert und ausgezehrt in Santiago ankommen solltet, dann geht in die „A Taberna do Bispo„. Boah!!!

Danach ging es für uns durchs Inland weiter. Auf dem Weg zur Gargantas de Sil wollten wir in einem verschlafenen Örtchen einen Kaffee trinken. Daraus wurde nichts – denn wir stolperten vorher in eine sehr untouristische Bar und aßen den besten SchinkenSalamiKäseteller ever. Die Gargantas de Sil selbst war dann ein wenig enttäuschend, vor allem, da wir sehr viel Gegurke dafür in Kauf nahmen.

Als Nächstes war dann Salamanca dran, dessen Innenstadt nur aus ockerfarbenem Sandstein besteht – ein tolles Stadtbild! Auch die Kathedrale ist super beeindruckend. Über Avila (dolle Stadtmauer!) kamen wir nach Segovia, wo es nicht nur ein dolles Aquädukt mitten durch die Stadt gibt, sondern auch noch eine große Kathedrale (uns ein wenig zu museal) UND noch eine dolle Burg. Am Tag, als wir die Burg besichtigen, haben EU-Bürger freien Eintritt – yeah! Leider ist deshalb der Turm gesperrt. Schade 😦

Wieder zurück in den Norden fuhren wir nach Burgos, was uns auch ein wenig enttäuscht hat, nachdem die Stadt in unseren Reiseführern hochgelobt wurde. Auch hier haben wir wieder leckere Tapas bekommen, vor allem die Croquetas, wahnsinn! Ich bin in Spanien zum Croquetasfan geworden – absolut kein Vergleich mit unseren Kroketten.

Von Burgos aus fuhren wir direkt durch nach Barcelona bzw. zunächst nach Castelldefels. Und jetzt erfahrt Ihr auch, warum dieser Blogeintrag so textlastig ist. Wir haben wunderbare Fotos gemacht – leider wurde in Castelldefels unser Womo aufgebrochen, quasi vor unserern Augen, und Kamera mit samt ausrüstung und Speicherkarten haben den Besitzer gewechselt. Scheiße! Außerhalb der Saison, belebte Straße, 20 km vom gefährlichen Barcelona entfernt, wir keine 100 Meter entfernt. Es ist doch zum kotzen. Bis zu diesem Punkt war es wirklich der perfekte Urlaub. Spanien ist ein unglaubliches Land, abwechslungsreich und vielfältig, spannend, schön, wild – sehr zu empfehlen. Nur ans Mittelmeer will ich nicht mehr so schnell. Nicht nur wegen dem Einbruch. Noch während der Fahrt nach Barcelona kam es mir vor, als würden wir ein weiteres Land befahren. Ein kleiner „Kulturschock“ nach der Atlantikküste und dem Inland. Komisch.

Einen Tag haben wir trotzdem noch in Barcelona verbracht, uns die Sagrada Familia von innen angeschaut (uiuiui!!!) und viiiel Cava in der weltbesten Cavabar in Barceloneta getrunken. Der Rückweg führte uns über Carcassonne in Frankreich, von wo aus wir in einem Rutsch nach Hause fuhren.

Wie gesagt: ein fast perfekter Urlaub.

 

 

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Gedanken.

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