Zehn Sätze, die ich in den nächsten acht Wochen nicht hören möchte

Heinumol, lang lang ischs her, dass ich hier was geschrieben habe. Tjaja, die Zeit vergeht schnell, wenn man einen tollen Job wie ich hat und *plöpp* schon gehts wieder auf Weihnachten zu. Während ich so durch das frühherbstliche Düsseldorf fuhr, gingen mir verschiedene Sätze, ja Mantras, durch den Kopf, die man vor und rund um Weihnachten häufig hört, die ich aber dieses Jahr nicht hören möchte. Und diesen Beitrag schreibe ich wirklich frei von jeglicher Ironie, was tatsächlich selten vorkommt. Ich meine alles so, wie ich es schreibe. Auch wenn ich einige der Sätze bis vor kurzem vielleicht selbst noch von mir gegeben hab.

1.) „Ich kauf Lebkuchen/Dominosteine/Schokonikoläuse erst nach dem ersten Advent.“ – Ich kaufe Lebkuchen/Dominosteine/Schokonikoläuse dann, wenn ich Lust drauf habe. Ich hab mal in einem Supermarkt gearbeitet, wo ich mokiert hatte, dass wir bereits Ende September das Weihnachtssortiment aufbauen mussten. Die Antwort war: „Es wird gekauft. Würde es nicht gekauft werden, würden wir es im Dezember erst hinstellen.“ Der Kunde entscheidet. Und der Kunde kauft halt auch schon Ende September die ersten Lebkuchen. Das heißt aber nicht, dass ich gezwungen bin, Lebkuchen/Dominosteine/Schokonikoläuse im September zu kaufen.

2.) „Weihnachten ist doch total kommerzialisiert.“ – Weil wir es dazu machen. Ich habe kein Problem damit, die wildgewordenen Kaufhauskunden zu ignorieren und für mich das Beste aus der Vorweihnachtszeit herauszuholen. Einfach nicht stressen lassen. Und Geschenke schenken, die von Herzen kommen und nciht aus dem Geldbeutel.

3.) „Es ist einfach nicht mehr so besinnlich wie früher.“ – Dann nimm Dir die Zeit, die Du brauchst. Oder lässt Du Dich wirklich von anderen stressen? Und mal ganz ehrlich: Was genau war früher besinnlicher? Und wann früher? Verabschiede Dich vom Gedanken, dass Weihnachten „perfekt“ sein muss. Und warum muss alles noch schnell vor Weihnachten erledigt werden?

4.) „Aaaaah, Last Christmas! Ich kanns nicht mehr hören!“ – Ich finde das Lied großartig, weil ich dabei das Video vor Augen habe, wo – zugegeben auf sehr amerikanische Art und Weise – eine Gruppe von Freunden sehr entspannt Weihnachten feiert. Die Art und Weise, wie das Lied von den Radiosendern und -hörern ins Lächerliche gezogen wird, finde ich sehr schade.

5.) „Ich bin überhaupt nicht in Weihnachtsstimmung.“ – Was tust Du dafür? Und was tust Du dagegen? Und was heißt für Dich „Weihnachtsstimmung“? Weihnachtsstimmung kann man nicht mit einem Schnippen erzeugen. Auch nicht mit Zimtduft, Vanillekipferl oder Kerzenschein. Weihnachten muss von innen heraus kommen, dann wirken auch die äußeren Faktoren.

6.) „Dieses Jahr schenken wir uns nichts.“ – Ich bin ein großer Fan von Ganzjahresgeschenken, aber ich finde es schön, sich an diesem einen Tag im Jahr gegenseitig zu beschenken. Dafür muss nicht viel bis gar kein Geld ausgegeben werden. Die schönsten Geschenke finde ich die, bei denen Zeit geschenkt wird bzw. mit dem Geschenk gezeigt wird, dass sich der Schenker Gedanken gemacht und an mich gedacht hat.

7.) „Wird es dieses Jahr weiße Weihnachten geben?“ – Nein. Und es gab auch in der Vergangenheit lange nicht so viele Weiße Weihnachten, wie wir uns einbilden. Braucht Ihr wirklich Schnee, um ein schönes Weihnachtsfest zu erleben? Um „in Weihnachtsstimmung“ zu kommen (s.o.)?

8.) „Das hat doch heutzutage gar nichts mehr mit Weihnachten zu tun.“ – Ja, weil Weihnachten ein kirchliches Fest ist und viele Menschen nichts mehr mit der Kirche am Hut haben (wollen), was ich gut nachvollziehen kann. Siehe unten. Aber was spricht dagegen, „unkirchlich“ zu feiern? Einfach so mit der Familie zusammen zu sein? Gemeinsam zu essen, zu feiern, sich zu beschenken?

9.) „Gehen das ganze Jahr nicht in die Kirche und an Weihnachten kriegen die treuen Kirchgänger keinen Sitzplatz mehr.“ – Was soll ich denn das Jahr über in der Kirche? Und dann geh ich an Weihnachten, weil ich doch irgendwie ein kleines bißchen „Restglauben“ in mir trage (oder einfach, weil mir die Atmosphäre gefällt) und dann bekomme ich vom Pfarrer gesagt, was für ein schlechter Mensch ich doch bin und wie furchtbar die Welt geworden ist und wie schlecht all diejenigen sind, die in Weihnachten kein kirchliches Fest mehr sehen und dem Kommerz verfallen. Ich gehe einmal im Jahr in die Kirche – und bei diesem einen Mal wird mir so deutlich gezeigt, warum ich an den anderen 364 Tagen nicht dort hin gehe. Begeisterung sieht anders aus.

10.) „Du bist doch zu alt für einen Adventskalender.“ – NEIN!!! Man ist N I E zu alt für einen Adventskalender. Mein liebstes Lielingsargument: „Der M [mein zehn Jahre älterer Bruder] hat mit 21/22/23/24/25/26/27/28/29 auch noch einen Adventskalender bekommen.“ – Langsam wirds eng.

Was ich sagen will? Nimm Dir Zeit für Weihnachten. Weihnachten ist nicht nur (eigentlich gar nicht) der 24. Dezember. Weihnachten ist auch der Advent, der 25.12., der 26.12. und die ganze Zeit danach. Bis Dreikönig.  [kleine Zwischenbemerkung: Ich war ECHT geschockt, als ich erfahren hab, dass Dreikönig in NRW kein Feiertag ist!] Fang doch einfach jetzt schon mal an mit allem, was Du „noch eben schnell unbedingt“ vor Weihnachten erledigen willst.

Weihnachten ist Beisammensein, ist Vorbereitung, Durchführung, Nachbereitung. Weihnachten ist in Dir drin. Weihnachten kann Dir niemand vormachen. Weihnachten ist, was DU draus machst. Mit diesen Gedanken wünsche ich Dir für die nächsten acht Wochen eine besinnliche, schöne Zeit.

Advertisements
Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Gedanken.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s