Wenn man sich auf Montag freut

Genau ein Jahr. 365 Tage. So lange war ich nach dem Studienende auf Jobsuche. Heute vor einem Jahr wurde ich offiziell als „arbeitssuchend“ gemeldet und durfte Bekanntschaft mit den Mühlen deutscher Jobcenter machen. Ich habe insgesamt über 60 Bewerbungen geschrieben, hatte ca. 8 Vorstellungsgespräche in ganz Deutschland und habe ungefähr genau so viele Absagen bekommen. Doch ab heute, genau ein Jahr nach Beginn meiner Arbeitslosigkeit, bin ich Arbeitnehmerin. Ganz offiziell, ohne Einschränkunegn. Keine Honorartätigkeit, keine Selbstständigkeit, sondern eine Festanstellung. 30 Stunden die Woche, vernünftiges Gehalt, befristet auf zwei Jahre.

Das ist für mich eine völlig neue Situation. Ich hatte in meinem Leben schon einige Nebenjobs und Honorarstellen, habe Brötchen verkauft, Supermarktregale eingeräumt und Bücher sortiert, aber das hier ist mein erster richtiger doller fester offizieller Job. Ich kann mein Glück noch nicht ganz fassen, das kommt vielleicht in den nächsten Tagen, wenn es dann „richtig losgeht“. Die Warterei und Schinderei (denn genau DAS ist Arbeitssuche!!) hat sich gelohnt. Ich bin hochmotiviert und freue mich auf morgen, wenn ich dann auch ganz offiziell organisatorische Geschäftsführerin bei der Grünen Jugend NRW bin! Schabbadabbaduuuu!

Joah. Und sonst?

Gesungen: Dieses Wochenende wieder ganz viel. Probenwochenende mit meiner Kantorei Oberkassel, König David von Arthur Honnegger. Schräg, spannend, abgefahren, irre, gänsehautmachend, erschöpfend, großartig.

DIE Liebeserklärung schlechthin.

DIE Liebeserklärung schlechthin.

Gegessen: Im neu eröffneten Fuchsjagd in Gerresheim. Mehr dazu kann man hier nachlesen. Aber nicht erschrecken. Ja, wir sind irre.

Gekauft: Eine Winterjacke. Ich wurde von der Verkäuferin (!) darauf hingewiesen, dass ich ja ganz schön früh dran sei. Ja und warum verkauft Ihr’s dann schon, hä??

Gebastelt: Patenkind und Neffe wird eingeschult. Mein kleiner Ronaldo 🙂

Die Tante hat fleißig gebastelt.

Die Tante hat fleißig gebastelt.

Gewundert: Plötzlich lief da ein Clown in voller Montur und mit ner Kiste KöPi durch die Düsseldorfer Fußgängerzone, stellte sich an den Außentisch einer Pizzeria, wurde nicht bedient und ging wieder.

Da war er plötzlich.

Da war er plötzlich.

Gelesen: „Tiere“ von Simon Beckett. Mh. Naja. Spektakulär unspektakulär.

Gemeckert: Ich hab mich mal wieder beschwert. Diesmal bei Rewe über faule, vertrocknete Sauerkirschen ausm Glas. Was kam bei raus? Ein Fünfeurogutschein. Supi!

Gelangweilt: Euch. Jetzt gerade. Mir fällt nämlich keine weitere Kategorie ein. Diese Sache mit dem Job war doch wochenfüllend, vor allem das Gefreue darüber!

Links Blase, rechts Knie oder: „Du musst wandern!“

Die letzten zwei Tage war ich unterwegs auf dem „schönsten Wanderweg der Welt“, wie der Godfather of the Lieserpfad, Manuel Andrack, gerne betont. Bewaffnet mit seinem Buch und ausreichend Proviant, um zwei Wandertage in der Wildnis zu überleben, habe ich mich am Donnerstag frühmorgens aufgemacht in Richtung Manderscheid, um dort den Bus nach Daun um 9.10 Uhr zu kriegen. Bereits die Fahrt dorthin war ein Erlebnis, mangels Zeit konnte ich leider nicht anhalten, um ein Foto der Eifel mit aufsteigendem Morgennebel zu machen. Aber ich hab viele andere Bilder gemacht, siehe Bildergalerie.

Der Lieserpfad führt von Daun (Ich bin am Gemünder Maar eingestiegen) über Manderscheid nach Wittlich, die Gesamtlänge beträgt rund 40 Kilometer – eine genaue Länge kann ich leider aus mehreren Gründen nicht bieten. Ich habe zwar den Smartrunner mitlaufen lassen, aber inmitten der tiefsten Eifel gab es zwischendurch kein GPS-Signal (gottseidank!), deshalb hat meine Strecke Lücken und die Nachbearbeitung würde Geld kosten, das ich nicht bereit bin auszugeben… Naja und die Angaben in der (Online-)Literatur über die Länge des Lieserpfades schwanken stark… Google, mein Freund und Helfer, sagt 39 Kilometer insgesamt.

Der Lieserpfad

Der Lieserpfad

Tag 1 von Daun nach Manderscheid, waren ca. 15 Kilometer. Ich bin mit dem Bus von Manderscheid bis zum Gemünder Maar gefahren, wo ich mir erstmal einen Kaffee genehmigt habe, um den Wandererscharen auszuweichen, was mir an diesem Tag erstaunlich gut gelang. Richtig los ging es also gegen 10 Uhr, angekommen in Manderscheid bin ich gegen 15 Uhr, wobei ich mir unterwegs viel Zeit gelassen habe. Ich habe nur sehr wenig Menschen getroffen, wobei ein Pärchen, das ich am zweiten Tag traf, meinte, sie wären die entgegengesetzte Richtung (Manderscheid – Daun) gelaufen und ihnen wären ständig Leute entgegen gekommen, die wohl alle meinten, sie wären alleine auf der Strecke… Egal, ich hatte meine Ruhe und genoss eben diese. Wenige breite Forstwege wurden abgelöst von schmalen Trampelpfaden, Brückchen führten über die Lieser und es gab unterwegs nur eine Einkehrmöglichkeit, die ich aber mangels Bedarf nicht nutzte. Störend waren an diesem Tag nur zwei Dinge: Das laute Wummern eines Steinbruchs am Anfang des Weges und die Düsenjäger, die die Eifel als Übungsgebiet nutzen. Ansonsten ist der Weg sehr idyllisch, naturbelassen, ohne viel Schickimicki, genau richtig.

In Manderscheid angekommen, flüchtete ich mit dem Auto vom verschlafenen Nest durch wunderschöne Eifellandschaften in die pulsierende Metropole Wittlich, wo gerade für das Stadtfest aufgebaut wurde. Ich trödelte durch die Straßen, aß lecker zu Abend und bettete mich im Auto, wo ich nicht allzu gut schlief…

An Tag 2 fuhr ich um 8.42 Uhr mit dem Bus wieder nach Manderscheid, wo ich um 9.15 Uhr die zweite, deutlich längere und anstrengendere Etappe in Angriff nahm. Die Vorzeichen waren eher bescheiden: Mein rechtes Knie zwickte und am linken Fuß spürte ich eine Druckstelle aka WennichgroßbinwerdeicheineBlase, welche ich mit Pflastern zu verhindern versuchte. Mit mir starteten wieder zahlreiche andere Wanderer, denen ich erneut ausweichen wollte. Da aber heute eine große Strecke zu bewältigen war, wollte ich nicht trödeln – und legte einen Zahn zu. Schon bald ließ ich die anderen Wanderer hinter mir und ich konnte einigermaßen in Ruhe weiterlaufen.

An dieser Stelle muss ich sagen: Ich habe natürlich nichts gegen andere Wanderer. Aber manchmal bin ich gern allein und hänge meinen Gedanken nach. Die meisten Wanderer wollen sich kurz unterhalten, wenn sie Leidensgenossen begegnen, ich will aber lieber meine Ruhe haben. Deswegen habe ich versucht, möglichst allen aus dem Weg zu gehen. Das funktionierte aber auf der zweiten Etappe nicht wirklich gut.

Mit zusammengebissenen Zähnen wegen Blase und Knie wanderte ich bergauf und bergab und an einem besonders steilen Aufstieg warf ich alle meine Vorsätze, niemals mit Wanderstöcken zu wandern, über Bord und schnappte mir einen schönen Ast vom Wegesrand, den ich von nun an meinen Wanderstock nennen durfte. Ich war verdammt froh, ihn zu haben, denn meine Blase wurde immer hartnäckiger und ich hatte richtige Schmerzen. Irgendwann hatte ich mich aber eingegroovt und ich konnte die Schmerzen mehr oder weniger erfolgreich ignorieren, wenn ich den Lauf nicht unterbrach.

Die zweite Etappe war wesentlich hügeliger als die erste und bot aber auch großartige Aussichten. Während ich am Tag 1 mehrere kleine Abstecher zu irgendwelchen Sehenswürdigkeiten machte, verkniff ich mir das am zweiten Tag, bis auf eine Ausnahme: Den Burgberg, wo sich auf der Spitze eine Schutzhütte und eine „Panoramaplattform“ befand. Und das Panorama war wirklich sehenswert! Hier machte ich bereits meine Mittagspause um kurz vor zwölf.

Mit Stock und ohne Hut ging es weiter, bis es irgendwann nicht mehr weiter ging. Der Weg war einfach so wegen Holzfällarbeiten gesperrt. Betreten verboten, Lebensgefahr. Doll, da stand ich nun, mitten in der Eifel, ohne Wanderkarte, denn ich hatte mich bisher immer auf die recht gute Beschilderung verlassen. Es war auch kein Hinweis auf eine Umleitung oder eine Alternativroute gegeben. Spitze. Da stand ich nun, mit Schmerzen am Fuß, auf meinen Wanderstock gestützt, 2,7 Kilometer vor der Alten Pleiner Mühle, wo ich mir ein kühles alkoholfreies Hefeweizen erhofft hatte, und konnte nicht weiter. Ihr könnt Euch meine Verzweiflung vorstellen.

Da kam das bereits angesprochene Pärchen des Wegs, befragte zwei niederländische Radfahrer, und gemeinsam (ohne die Radfahrer) wagten wir es, den lebensbedrohlichen Holzfällweg zu gehen. In dem Moment war ich froh um die unerwartete Gesellschaft, und uns fröhlich unterhaltend gingen wir schnurstracks den ursprünglichen Weg entlang. Wir kamen auch an den Holzfällarbeiten vorbei (man roch das frischgeschlagene Holz schon hunderte Meter vorher!), wo gerade ein Päusle angesagt war. Froh, dass wir uns nicht von der Beschilderung haben irritieren lassen, kamen wir an der Pleiner Mühle an, genossen das bereits seit Beginn der Wanderung erwartete Bierchen und die beiden zogen alleine weiter, weil sie einen frühen Bus in Wittlich bekommen wollten. Ich blieb noch ein wenig sitzen, bekam dann aber auch Hummeln im Hintern. In Wahrheit hatte ich einfach Schiss, nie wieder von meinem Stuhl hochzukommen.

Die letzten 5 Kilometer bis Wittlich waren zwar schön, aber auch etwas unspektakulär und vor allem, meine Güte, unglaublich anstrengend! Der Weg ging zwar flach, aber er zooooog sich in die Länge. Besonders schlimm waren die letzten zwei Kilometer, bis ich endlich in Wittlich angekommen war. Mit tatsächlich letzter Kraft schleppte ich mich, auf meinen treuen Begleiter Wanderstock gestützt, in die Stadt, in der Hoffnung, meine Füße in die Lieser stecken zu können. Daraus wurde leider nichts, weil die Lieser gerade extremes Niedrigwasser hatte und ich deswegen medaillenverdächtige Verrenkungen hätte machen müssen, aber ich war trotzdem froh, als ich endlich um 17.30 Uhr vor meinem wohlverdienten Eisbecher saß (von dem mir nachher schlecht wurde. Doll.).

Nach einer längeren Pause machte ich mich mit dem Auto auf den Heimweg, wo sich mir in letzter Minute noch ein Hindernis in den Weg stellte (Kreuzungssperrung). Um 21.20 Uhr war ich dann endlich zu Hause.

Fazit: Manuel Andrack könnte recht haben: Der Lieserpfad gehört zu den schönsten Wanderwegen der Welt. Warum? Die Wege sind total abwechslungsreich. Eben noch ein dicker Forstweg, jetzt schon ein kleiner Trampelpfad. Mal schnöde nach vorne (nur sehr kurze Abschnitte), dann wieder gings rechts den Felsen hoch, links den Felsen runter und dazwischen  ein zwanzig Zentimeter breites Pfädchen. Der Weg ist nicht „übermarketingiert“, wie ich es beim Rothaarsteig empfinde (den ich btw noch nie gelaufen bin…), sondern angenehm dezent vermarktet. Gut ausgeschildert, bis auf wenige kleine Ausnahmen. Busverbindungen sind okay, er fährt halt nur alle zwei Stunden. Und der Weg führt nicht an zu vielen Einkehrmöglichkeiten vorbei. Auch die Orte sind eine gute Strecke entfernt. Das Naturerlebnis ist 1a, die Lieser plätschert fröhlich mal direkt neben dem Weg, mal 150 Meter weiter unten. Bis auf den Zwischenfall mit den Holzfällern würde ich sagen: Perfekt! Und super, alleine zu erwandern. Aber eine Frage hab ich, lieber Manuel Andrack: Du willst diesen Weg ernsthaft an einem Tag laufen? Respekt!

Dann doch auch mal wieder

Dödööööm! Da bin ich wieder! Und ich hab keine Ausrede. Zumindest keine gute. Deswegen leg ich lieber fix los:

Geradelt: Den Erftradweg. Wieder mal knappe 90 Kilometer, auch wenn es mir diesmal gar nicht so viel vorkam. Vielleicht komm ich ja doch in Übung?

Gerettet: Habe ich diese Woche die Astern aus der Vase. Die Köpfe der Blumen wurden zu schwer, so dass sie in der Vase abgeknickt sind. Also hab ich Schwimmastern draus gemacht.

Schwimmastern

Schwimmastern

Gehustet: Ich. Bei 39 Grad Celsius Außentemperatur. Nicht Körpertemperatur.

Gebloggt: Wir haben eine Fressgemeinschaft gegründet. Bääämm! Und da muss natürlich ein Blog her. Bitte. Ein weiteres Blogprojekt folgt demnächst. Und noch eins. Na mal schauen, ob ich das gebacken kriege.

Gewettet: Auf „Lord Dubai“. Der wurde leider letzter. Amüsant war der Pferderenntag auf der Grafenberger Rennbahn hier ums Eck trotzdem. Das hier hatte ich die ganze Zeit über als Ohrwurm.

Gekauft: Um ein bißchen Farbe ins Spiel zu bringen: Diese Rosen.

Für mich solls bunte Rosen regnen...

Für mich solls bunte Rosen regnen…

Gelesen: Mein Bücherstapel wächst weiter, trotzdem lese ich nur doofe Schundromane. Mhpf.

Gehofft: Dass das Diözesanlager „Scoutside“ der Freiburger Pfadis weiter stattfinden kann, trotz Unwetterschäden und weiterhin vorhergesagten Unwettern. Momentan ists noch unklar, ob und wie es weitergeht. Das ist zumindest mein Stand der Dinge.

Geschnibbelt: An meinen Haaren. Die sind jetzt kurz.

Gesungen: Ach herrje, mein letzter Eintrag ist ja wirklich lange her! In der Zwischenzeit habe ich anlässlich des 100jährigen Jubiläums meiner Kantorei Oberkassel eine Kantate gesungen. Das war doll!!

"Es wartet alles auf dich..."

„Es wartet alles auf dich…“

Getestet: Meine Augen. Ich traue mich als kaum zum Optiker und oder Augenarzt, um meine Sehstärke testen zu lassen. Ich habe das Gefühl, dass meine Augen in den letzten Jahren und vor allem während der Studienzeit schlechter geworden sind und vor allem bekomme ich häufig Kopfschmerzen (beim fernsehen, bei Vorlesungen und Vorträgen, vor dem Computer, etc.). Heute habe ich mich mal wieder getraut und siehe da, meine Befürchtung war richtig: Links 0,0 und rechts 0,25 Diops. Warum ich mich davor fürchte? Zum einen, weil ich jetzt wieder keine Ursache für meine Beschwerden gefunden hab. Zum zweiten finde ich das schade für den Optiker, der sich super viel Zeit nimmt für mich, einen tollen Test macht, um dann festzustellen, dass vor ihm ein Adlerauge sitzt, dem er nichtmal ne Sonnenbrille andrehen kann.

Gedanken gemacht: Darüber:

Was Sterbende bedauern

Was Sterbende bedauern

An Punkt vier arbeite ich gerade sehr intensiv… (An Punkt zwei leider auch 😦 )

Wie unprofessionell!

(Oder wie mein Held Pumuckl sagen würde: Wie unperfressional!)

Ach herrje. Ich betreibe diesen Blog ja extremst unprofessionell! Tage-, ja wochenlang schreibe ich nichts, um Euch dann an meinen deprimierten Frustgedanken teilhaben zu lassen. Aber rückgeblickt hab ich schon ewig nicht mehr. Ich hatte mir das mal als regelmäßige Rubrik hier vorgenommen (immer dienstags… oder so…). Ach, mach doch der Hund drauf, was er will, heute ist Montag, ich hab grad Zeit (haha) und vor allem JETZT Lust, Euch ein wenig von meinen vergangenen Wochen zu erzählen.

Geradelt: Das Highlight der vergangenen Woche zuerst: Gestern haben der Bub und ich uns bei schönstem Sonntagswetter auf die Böcke geschwungen und haben das südliche Ruhrgebiet erradelt. Bis Mühlheim, ab da mitm Zug. Ach nee komm, das fahren wir jetzt auch noch bis Duisburg, ab da dann mit dem Zug. Och, eigentlich hätte ich noch Bock weiterzufahren. Lass uns an den Rhein fahren, da können wir jederzeit in die Bahn nach Düsseldorf steigen. Ach komm, bis Kaiserswerth schaffen wirs jetzt auch noch. Oh, jetzt ist der Ehrgeiz geweckt, jetzt müssen wir die Radrunde aber auch noch voll machen!
Tja. Am Ende zeigte der Smartrunner stolze 88,9 Kilometer an. FAST 90!!! Ürre.

Düsseldorf - Kettwig - Mühlheim - Duisburg - Kaiserswerth - Düsseldorf

Düsseldorf – Kettwig – Mühlheim – Duisburg – Kaiserswerth – Düsseldorf

Gebucht: Eine Fahrt mit dem Fernbus. Ca. 30 Euro billiger als die gleiche Strecke mit der Bahn (plus Bahncard), aber auch zwei Stunden länger.

Geschaut: James Bond – Casino Royale und Ein Quantum Trost. Mmmmh. Ich würd sagen: Skyfall rettet Daniel Craigs Ehre…

Geärgert: Habe ich mich gestern Abend über ProSieben. In Kanada ist gerade ein Tankzug unkontrolliert in eine Kleinstadt gerast, fünf Tote, zahlreiche (Schwer-)Verletzte. Und worum ging es in dem Actionhollywoodscheissstreifen „Unstoppable„, der gestern Abend um 20.15 Uhr auf Prosieben lief? Genau. Ein bißchen programmtechnische Flexibilität wäre hier angebracht gewesen.

Gecoacht: Wurde ich in den letzten Wochen, sponsored by Jobcenter – was ich wirklich positiv bemerkenswert finde. Meinem letzten Post habt Ihr vielleicht entnommen, dass ich seit Ende meines Studiums „leichte“ Probleme dabei habe, eine (sinnvolle, angemessene, passende) Beschäftigung zu finden. Nun habe ich ein Einzelcoaching erhalten, das mir jetzt zwar auch nicht DAS Patentrezept zur Stellenfindung eröffnet hat, aber ich habe doch einige Ansatzpunkte, die ich in nächster Zeit verfolgen werde – kurzfristige und langfristige. Ein Ergebnis dieses Coachings werdet Ihr bald hier kennen lernen. Hoffe ich…

Gepowert: Habe ich in den vergangenen Wochen mehrfach im Fitnessstudio meines Vertrauens. Ich weiß nicht, ob ich darüber schonmal was geschrieben habe… Ich war ja lange Zeit vehementer Gegner von Fitnessstudiios. Die hatten meines Erachtens sowas prolliges, unsympathisches. Seit Herbst bin ich selbst in einem „Club“ und seit kurzem genieße ich die dortigen Fitness-/Sportkurse. Es macht tatsächlich Spaß und ich kann mich da ganz ordentlich auspowern, z.B. beim Bodyvive (welches ich aber etwas albern finde, weil die Fitnesstrainer, die vorne vormachen, bei diesem Programm anscheinend immer rumsülzen und mitsingen müssen…) oder beim Bodyworkout. Letzteres habe ich am Samstag zum ersten Mal besucht und – heidewitzka hatte ich am nächsten Tag Muskelkater! Trotzdem bin ich natürlich heldenhaft die 88,9 km mit dem Rad gefahren 😉

Gelesen: Mh, mein Bücherstapel wächst und wächst, aber irgendwie hab ich zur Zeit nicht so viel Lust zum Lesen. Als Roman verschlinge ich gerade „Das Knochenhaus“ von, äääh, keine Ahnung. Ist jetzt nicht so das Brüllerbuch, aber nette Krimiliteratur.

Gegrillt: Die Grillsaison ist eröffnet! Es gab glückliches Schwein aus regionaler Aufzucht (ja, das Schwein hatte einen Namen) und leckeres Gemüse. Zum Nachtisch: Grillbanane. Pappsatt, aber glücklich.

Der Sommer ist da!

Der Sommer ist ja jetzt dann auch endlich mal da.

Zweite Chance

Wenn ich noch einmal die Zeit zurückdrehen könnte bis zum Beginn meines Studiums, was würde ich ändern?

Ich würde auf jeden Fall wieder Geographie studieren. Ich würde mit Feuereifer alles lernen und lesen, was mir in die Finger kommt. Ich würde Kurse und Vorlesungen aus anderen Fächern belegen. Ich würde mir spannende Nebenfächer suchen und diese ernsthaft studieren. Ich würde mir vorher überlegen, was das Ziel meines Studiums ist, wo ich danach hinwill und dementsprechende Fächerkombinationen / Seminare besuchen. Ich würde mir als Hiwi an der Uni den A… aufreißen und möglichst viel von dem einsaugen, was mein Prof/Dozent sagt und macht. Ich würde tolle, zielführende (s.o.) Praktika absolvieren, mich für die Unternehmen unentbehrlich machen und bis nach dem Ende meines Studiums und darüber hinaus den Kontakt halten. Ich würde ein Jahr ins Ausland gehen. Ich würde GIS-Kurse bis zum Umfallen und Wirtschaftskurse bis zum Einschlafen besuchen. Ich würde Exkursionen nach Asien, Afrika, Amerika, Australien machen. Ich würde nebenher in einem meinem Studium verwandten Bereich arbeiten.

Dann hätte ich jetzt vielleicht eine Chance auf dem Arbeitsmarkt.

Ich habe Geographie studiert, weil ich mir kein spannenderes, tolles Fach vorstellen kann – und ich bereue es keinesfalls! Die Vorlesungen und Seminare haben mir (fast) durchweg Spaß gemacht und genau das würe ich jederzeit wiederholen wollen. Ein Studium ist dazu da, Spaß an einem Fach zu finden/haben und etwas zu studieren (studieren auch im Sinne von lesen, lernen, kennenlernen), womit man sich auch in seiner Freizeit gerne beschäftigt. Aber ein Studium ist eben auch harte Arbeit und besteht nicht nur aus Vorlesungen, zuhören, Arbeiten schreiben und sich über sein Studienfach freuen. Sondern es besteht auch darin, Kontakte zu knüpfen, sich ins Gespräch zu bringen, Schwerpunkte zu setzen, Berufserfahrung „soft“ zu sammeln.

Das scheine ich verpasst zu haben.

Ich habe mich nie drum geschert, was nach dem Studium sein wird. Mir war es wichtig, viele Geographiethemen mitzunehmen, und ich habe mich in dem Glauben gewogen, dass ich mit meinem ehrenamtlichen Engagement, bei dem ich Personalverantwortung hatte, Projekte gemanagt, Konzepte entwickelt und Veranstaltungen organisiert habe, mit Kusshand genommen werde, egal, wo ich mich bewerbe. Ich war nicht im Ausland. Ich hielt mich bei den Pfadfindern für zu unentbehrlich und, tja, ich muss es einfach so sagen: ich war zu bequem, um das Abenteuer zu wagen. Ich war für und mit den Pfadfindern im Ausland: Eine Woche Krakau, ZHP-Jubiläumslager, wo ich mit meinen zwei Vorstandskollegen die Verbandsfreundschaft gepflegt und unseren Verband repräsentiert habe und ich war zwei Wochen in Südafrika, wo ich auch den Verband, diesmal sogar den Bundesverband, mit repräsentiert und die Jahresaktion 2011 in Schwung gebracht habe (Our world – our challenge. Cooler Name für ne Aktion, oder? War meine Idee.). Wir haben dort mit den südafrikanischen Pfadfindern zusammengearbeitet, haben gekontaktet und in verschiedenen Workshops überlegt, wie die Aktion in Deutschland und in Südafrika und gemeinsam aussehen kann.
Selbst die legendäre „große Exkursion“, DAS Highlight eines jeden Geographiestudiums, fiel für mich, u.a. aus finanziellen Gründen, nur mittelgroß aus: zwei Wochen Alpenvorland, Schweizer Mittelland, Jura. Während die Kommilitonen sich an den exotischsten Orten rumtreiben. Keine Frage, die Exkursion war spitze, vor allem für mich Bergliebhaberin. Aber sie war eben „nichts besonderes“.
Ich habe während meines Studiums drei Praktika absolviert, davon nur eines, was am ehesten in meinen Geographiebereich passt. Eines auch im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Im Personalreferat. Auch das kann man sich schönreden. Ne coole Zeit war das auf jeden Fall und ich hab viel mitgenommen. Leider nichts, was meine heutigen potentiellen Arbeitgeber beeindruckt. Ich war zwei Jahre lang Hiwi – war dabei aber, im Nachhinein gesehen, zu passiv. Ich hab nur irgendwelche Dinge organisiert, Veranstaltungen, Exkursionen, und habe für die Habilitation meines Dozenten Literatur zusammengesammelt. Ich habe die Kontakte in den Unibetrieb, die dadurch entstanden, nicht weiter genutzt. Der Dozent, den ich bei seiner Habilitation unterstützt habe, wurde Professor in Jena. Vor wenigen Tagen hab ich erfahren, dass er gestorben ist. Mit 41 Jahren. Anderes Thema.
Ich hab nur die Seminare besucht, die ich musste und an denen ich Spaß hatte. Mit inhaltlich geringem Einsatz bin ich durch mein Studium geschlittert, ohne richtig viel davon mitzunehmen. Ich habe erst nach Abgabe meiner Diplomarbeit angefangen,  nach einer Stelle zu suchen, weil ich mich auf meine Diplomarbeit konzentrieren wollte. Ich hätte nicht gedacht, dass ich auch ein Jahr später noch auf der Suche sein würde. So arrogant war ich.

Liebe Studenten von heute. Lasst es Euch JETZT, zu Beginn eures Studiums gesagt sein: Ihr studiert nicht zum Spaß. Macht was draus.